Holz. Aber make it fast.
Manchmal beginnen die besten Projekte nicht mit einem Plan sondern mit einem Gedanken, der eigentlich keiner sein dürfte.
Die Idee zum Holz-Carbon Rennrad: Was wäre, wenn ein Rennrad aus Holz schneller sein könnte als alles, was wir kennen?
Klingt erstmal nach einer Idee, die man beim zweiten Kaffee wieder verwirft oder spätestens dann, wenn jemand „Carbon“ sagt.
Genau hier beginnt die Geschichte von Woodberg.

Eine Diplomarbeit. Zwei Schüler. Ein Ziel.
Adrian und Vincenz, die zwei Schüler der HTL Imst hatten ein ziemlich klares Ziel: Nicht einfach ein Rennrad bauen. Sondern Rennradbau auf den Kopf stellen.
- Änderungen? Bedeutet neue Formen.
- Individualisierung? Teuer.
- Nachhaltigkeit? Schwierig.
Also haben sie sich gefragt: Wie können wir das schaffen? Die Antwort: Mit gebündelten Kräften!


So wurde WESTCAM Teil dieser Geschichte
Was als Idee begann, wurde durch technologische Unterstützung, Engineering-Know-how und iterative Optimierung zu einem funktionierenden Gesamtsystem weiterentwickelt.
Dabei ging es nicht nur um einzelne Arbeitsschritte, sondern um eine durchgängige Begleitung von der digitalen Basis bis hin zur Lösung konkreter Herausforderungen am Prototyp.
WESTCAM-Unterstützung im Detail
Präzise Digitalisierung realer Fahrradrahmen als Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung und Konstruktion.
Aufbereitung der Scandaten zu einem nutzbaren, parametrischen CAD-Modell, das als Grundlage für eigene Designanpassungen diente.
Optimierung der Rahmenstruktur hinsichtlich Gewicht, Steifigkeit und Fertigbarkeit, angepasst an den Holz-Carbon-Ansatz.
Entwicklung essenzieller Bauteile wie Tretlagerhülsen, Lagerschalen und Metalleinsätze, die exakt in das Rahmendesign integriert werden mussten.
Erstellung präziser Teilungsebenen entlang der Längsachse als Voraussetzung für das Fräsen der Holzrohlinge und die spätere Fertigung.
Lieferung geeigneter Datensätze für Simulationen, um Belastungen, Steifigkeit und strukturelles Verhalten des Rahmens analysieren zu können.
Laufende Anpassungen und Verbesserungen im Entwicklungsprozess, auch bei komplexen Änderungen mit Auswirkungen auf mehrere Bauteile.
Gezielte konstruktive Anpassung bei einer Kollision zwischen Kettenblatt und Rahmenstrebe, ohne Einfluss auf die restliche Geometrie.
Kontinuierliche Begleitung durch Expertenwissen, von der ersten Datenerfassung bis zur finalen Umsetzung des Prototyps.

Die Realität im Fahrradbau ist… sagen wir: effizient, aber nicht unbedingt elegant. Carbonrahmen sind leicht, steif, leistungsstark aber auch materialintensiv, aufwendig in der Produktion und überraschend empfindlich, wenn es um Schläge geht.

Kombination statt Bruch
Die Antwort war kein radikaler Bruch sondern eine ziemlich geniale Kombination:
Holz und Carbon. Nicht als Kompromiss. Sondern als Team.
- Carbon übernimmt die Performance
- Holz sorgt für Form, Schutz und Schlagfestigkeit
- Und plötzlich wird aus einem Problem ein System
Das Besondere:
Das Holz ist nicht nur Hülle es ersetzt die klassische Negativform im Rahmenbau.
Heißt: keine aufwendigen Formen mehr, keine unnötigen Materialschichten, dafür maximale Flexibilität.
Oder anders gesagt:
Weniger Material. Mehr Intelligenz. Mehr Persönlichkeit.
Nachhaltigkeit mitbedacht
Ein weiterer Aspekt, der oft zu kurz kommt: Nachhaltigkeit. Denn so leistungsfähig Carbon auch ist, seine Herstellung ist energieintensiv, materialaufwendig und alles andere als ressourcenschonend.
Woodberg geht hier einen anderen Weg.
Durch die Kombination mit Holz, einem nachwachsenden Rohstoff, wird nicht nur Material eingespart, sondern auch der gesamte Herstellungsprozess neu gedacht. Weniger Carbon, keine aufwendigen Negativformen und eine Bauweise, die Individualisierung ohne zusätzlichen Ressourcenverbrauch ermöglicht. Das Ergebnis ist kein „grünes Marketingversprechen“, sondern ein echter Ansatz: High Performance und Verantwortung müssen sich nicht ausschließen.
Oder anders gesagt:
Ein Rennrad, das nicht nur schnell ist sondern auch weiter denkt.


Optimierung Schritt für Schritt
Natürlich war das kein geradliniger Weg.
Am Anfang stand sogar die Idee eines massiven Holzrads, bis klar wurde: zu schwer.
Also wurde gerechnet, getestet, verworfen, neu gedacht.
- Werkstatt statt Whiteboard.
- Harz statt PowerPoint.
- Lernen durch Machen.
Vom Fräsen der Holzteile über das Laminieren bis hin zu den ersten vollständigen Rahmen, jeder Schritt war ein Experiment und jedes Experiment ein Fortschritt.
Das Holz-Carbon REnnrad
Das Projekt Live mitverfolgen

Die Straße entscheidet
Am Ende zählt nicht die Idee sondern, ob sie funktioniert.
Deshalb ist das Ziel klar: Start beim Ötztaler Radmarathon.
Nicht als Showpiece, sondern als echter Test.
Kann ein Holz-Carbon-Rahmen mit den besten Carbonbikes mithalten? Oder sie vielleicht sogar übertreffen?
Wir sind gespannt wo dieser Weg noch hinführt und drücken Vincenz & Adrian die Daumen!
Erste Erfolge
Woodberg hat auch schon erste Erfolge erzielt und sich im ‚Wettbewerb „Be the Best“ für die beste Diplomarbeit gegen viele andere Projekte durchgesetzt und den ersten Platz abgeräumt. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg damit! Mehr dazu >

